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Titelbeschreibung

20er Jahre Neuerwerbungen. Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Berlin ... 1972. Bearb.: Barbara Mundt.

SMPK, 1972. Ca. 70 S.; 23 cm; kart.

Gutes Ex. - Die Neuerwerbungen aus den Zwanziger Jahren, die das Kunstgewerbemuseum ausstellt, zeigen kein einheitliches Bild. Neben den französischen Schreibtisch scheinen Bauhausmöbel nicht zu passen, und die auf Einfachheit bedachten Tonkannen von Otto Lindig gehören einer anderen Welt an als die Gefäße Decorchemonts, Navarres oder Thurets. Zwei bestimmte Tendenzen zeichnen sich in dieser Gegenüberstellung ab: auf der einen Seite der elegante, kunstvolle Nachkriegsstil, dessen Schöpfungen von den Luxusgeschäften und Kunstgalerien an das reiche und elegante Publikum der "roaring twenties" verkauft wurde. Auf der anderen ein bewußt schlicht gestaltetes Gerät, das seine Maßstäbe in der Bezogenheit auf die neue Massengesellschaft sucht und für diese eine zweckmäßig gestaltete Umwelt schaffen will. Das vor einem knappen halben Jahrhundert entstandene Kunstgewerbe ist uns heute schon zu weit entrückt, als daß es sich noch mühelos heraufbeschwören ließe. Es ist noch nicht weit genug entfernt, um schon in seiner Gesamtheit kunsthistorisch erschlossen zu sein. Wenn auch Teilgebiete (Bauhaus) und einzelne Künstler bereits vor Jahren erforscht und gewürdigt wurden, hat doch die erste rückblickende Querschnittsausstellung erst vor 5 Jahren stattgefunden. Das Pariser Musee des Arts Decoratifs stellte einen ganzen Katalog über diese Epoche aus seinen reichen Beständen zusammen und ergänzte ihn durch einen zweiten Teil aus Leihgaben. Seither ist in New York und Minneapolis mit Ausstellungen derselben Zeit nachgespürt worden, nicht zuletzt in der Erwartung, daß der großen Popularität des Jugendstils beim Publikum vielleicht eine "Renaissance" der Zwanziger Jahre folgen möge, wie es in der Mode ja bereits der Fall ist. Der Jugendstil begleitete den Anbruch des zwanzigsten Jahrhunderts. Er ist inzwischen längst wiederentdeckt und in der Vielfalt seiner Erscheinungsformen bekanntgemacht worden. Eine Reihe von Künstlern, die ihm um die Jahrhundertwende zum Sieg verholten hatten, gehören zu den tragenden Gestaltern der Zwanziger Jahre. Lalique, Fouquet, Decorchemont wandelten ihr aus linearem Ornament entwickeltes, im Reichtum von Form und Farbe schwelgendes Kunsthandwerk nur langsam zu dem gesammelten, strengen Stil der "annees 25", der Zwanziger Jahre. In Deutschland und Österreich wie auch in Belgien hatte der Jugendstil schon bald nach 1900 eine konstruktive, herbere Richtung eingeschlagen. Die Wiener Werkstätten, die Darmstädter Künstlerkolonie, der Deutsche Werkbund leisteten noch im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts den Sprung zu einem rationellen "industrial design", d. h. zu maschinengemäßen Entwürfen für künstlerisch gestaltete Serienware. Dennoch beharrte man auch in diesen Ländern im allgemeinen noch in Jugendstilformen und schien zugleich mit Frankreich nach 1910 sogar einer Rückwendung zu historischen Stilen geneigt: zum Biedermeier, zum Stil Louis XVI. und Louis Philippe. ? (Einführung B. Mundt).

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